fbpx

Adventskalender Türchen 13: Weihnachtsfrieden 1914

Zum heutigen dritten Advent haben wir einmal ganz tief in der Geschichte geschaut und öffnen unser Adventskalendertürchen 13. Wir begeben uns dabei in eine dunkle deutsche Zeit. Es ist der 24. Dezember 1914. Es sollte der Tag des sogenannten Weihnachtsfriedens werden…

In Flandern liegen deutsche und britische Soldaten fünfzig Meter voneinander entfernt in Schützengräben. Die Munition ist ausgegangen, der Erste Weltkrieg erstarrt. Fast 800 000 Menschen sind bis zu diesem Tag gestorben: 160 000 Briten, 300 000 Franzosen, 300 000 Deutsche.

„Stille Nacht, heilige Nacht“

Ein deutscher Soldat stellt eine Kerze auf den Schützengraben, dann stimmt er mit den Kollegen ein Weihnachtslied an. «Stille Nacht, heilige Nacht». Ein anderer Soldaten baut einen Weihnachtsbaum auf. Die britischen und die deutschen Soldaten klettern aus den Gräben, tauschen mit den Feinden Geschenke, die sie von den Familien zu Hause erhalten haben – Zigarren gegen Pudding, Konserven gegen Zwieback. Dann spielen sie gemeinsam Fussball.
So in etwa soll es sich zugetragen haben. Doch es werden viele Varianten erzählt. Leider weiß keiner mehr so genau, wie es damals im Jahre 1914 wirklich war. Doch Erzählungen von Zeitzeugen geben Hinweise. Der deutsche Leutnant Johannes Niemann erinnerte sich Jahrzehnte später in einem Interview mit der «Times»:

«Ich sah, wie Soldaten Zigaretten, Schnaps und Schokolade mit dem Feind austauschten. Später brachte ein schottischer Soldat einen Fussball, und wenige Minuten später begann ein Fussballmatch. Die Schotten markierten mit ihren merkwürdigen Helmen ein Tor, und wir taten dasselbe mit unseren. Es war schwierig auf dem gefrorenen Boden zu spielen, aber wir machten weiter. Wir hielten die Regeln ein, obwohl das Spiel nur eine Stunde dauerte und wir keinen Schiedsrichter hatten.
Wir Deutschen pfiffen und johlten jedes Mal, wenn ein Windstoss die Röcke der Schotten hob und offenlegte, dass sie keine Unterwäsche trugen. Nach einer Stunde ordnete unser Offizier an, das Spiel zu beenden. Wir gingen zurück in unsere Gräben, und die Verbrüderung endete.»

Der deutsche Soldat Eduard Tölke schrieb 1914 in seinem Tagebuch über ein Fussballspiel am Weihnachtstag an der Front:

«Überall sah man brennende Lichterbäume, was einen überaus feierlichen Anblick bot, begünstigt durch die völlige Windstille und entzückend verklärt durch den Raureif. Das schlechte Gelände zwischen beiden Gräben, auf dem noch Tote herumlagen, würde sie nicht weiter stören. Sie hätten schon ganz woanders Fussball gespielt.»

Auch schottische Soldat Harold Bryan schrieb in einem Brief an die Eltern:

«Wir schickten einen Mann mit dem Fahrrad in unsere Reservestellung, und der holte einen Ball.»

Die Mutter des britischen Offiziers Alfred Dougan Chater erhielt diesen Brief:

«Gegen 10 Uhr morgens sah ich von meinem Unterstand aus einen Deutschen, der mit den Armen wedelte, sowie zwei weitere, die aus dem Schützengraben kletterten und auf uns zukamen. Wir wollten schon auf sie schießen, als wir sahen, dass sie unbewaffnet waren, also ging einer von unseren Männern zu ihnen – und binnen zwei Minuten wuselten zwischen den Gräben Soldaten, und Offiziere beider Seiten schüttelten sich die Hände und wünschten sich fröhliche Weihnachten. Wie ich gehört habe, wären sie genau so froh, endlich nach Hause gehen zu können, wie wir.»

Auch der britische Soldat Leslie Walkington schrieb an seine Familie:

«Niemals sah ich ein schöneres Bild des Friedens: Einer unserer Offiziere fotografierte uns, wie wir mit deutschen Soldaten zusammenstanden. Es war wie im Stadion bei einem Fußballspiel.»

Ja, Sport kann viel erreichen. Sport kann Völker verbinden. Leider schaffte er es im Jahr 1914 nur für diesen kurzen Moment…

Unsere Premiumpartner

Werbung

Ihre Rückrufbitte wurde versandt. Maria Daniel meldet sich schnellstmöglich bei Ihnen.

Fehler beim Senden.

Für eine eventuelle Bestellung ruft Sie unsere Aktionspartnerin Maria Daniel MaryKay zurück. Bitte verraten Sie uns deshalb Ihren Namen und Ihre Rufnummer.
Die Daten werden nur für die angekündigte unverbindliche Kontaktaufnahme übermittelt. Eine Speicherung durch den SV Dornstedt e.V. erfolgt nicht.