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Irre 116 Minuten - SVD ist eine Runde weiter

Das Spiel der Ausscheidungsrunde im Kreisklassepokal zwischen der LSG Kütten und unserem SV Dornstedt ist tatsächlich eine Begegnung, welche wohl für alle Beteiligten lange im Gedächtnis bleiben wird. Nicht nur, dass wir zum ursprünglichen Termin umsonst nach Kütten fuhren, obwohl der dortige Platz aufgrund einer Mäuseplage nicht bespielt werden konnte, so ist auch die neuerliche Ansetzung von Seiten des Verbandes recht abenteuerlich. Nicht nur, dass unserem Verein das Ortsduell gegen Zscherben genommen wurde und wir erneut – diesmal nach Niemberg – fahren sollten, zeigt, wie realitätsfern einige Funktionäre des KFV Saalekreis arbeiten. Erst auf deutliche Intervention unseres Vereins sowohl gegenüber des Pokalansetzers als auch des Präsidenten – letzterem sind wir für das Verständnis dankbar – wurde das Duell nun nach Dornstedt verlegt. Interessant dabei ist, dass ebenfalls kurzerhand das „Heimrecht“ in der offiziellen Ansetzung getauscht wurde. So wurde unser Verein nach den Fahrkosten vom 06.09.2020 gleich nochmals mit Kosten für den Schiedsrichter belastet, während die LSG letztlich ohne alles trotz aus unserer Sicht schuldhaften Verhaltens aus dieser Partie ging.

Sei es drum, vor der schönen Kulisse von 45 Zuschauern ging es nun auf Dornstedts Rasen um den Einzug in nächste Pokalrunde, wo am 11. Oktober die zweite Mannschaft der VSG Oppin auf den Sieger dieses Duells wartet.

Der SVD war von Anpfiff an in der Begegnung und sorgte mit Pressing für Eindruck bei den favorisierten Küttenern. Nicht unverdient ging die Heimelf durch Chris Meyer bereits  nach 10 Minuten in Führung. Denny Hantke hatte den Dornstedter Stürmer perfekt auf die Reise geschickt. Das Tor sorgte zunächst bei den Zuschauern für einige Irritationen, da aufgrund eines Netzdefektes, der trotz vorheriger sorgfältiger Begutachtung unentdeckt blieb, das Spielgerät hinter das Tor gelangte. Letztlich war diese Entscheidung absolut korrekt.

Dornstedt blieb das aktivere Team, auch wenn Kütten nun besser ins Spiel kam und auch die eine oder andere Aktion für sich verbuchen konnte. Einen Freistoß konnte Alexander Lang im Tor der Heimelf glänzend parieren. Fast im Gegenzug zieht Richard Petrasek in der 30. Minute aus der Drehung ab und vollendet sehenswert zum 2:0. Mit diesem positiven Ergebnis geht es in die Kabine, wohlwissend, dass die LSG im weiteren Verlauf stärker wurde.

Nach dem Seitenwechsel hatte zunächst Samirou Abou die erste Chance für die Hausherren. Seinen Schuss wehrte der gute LSG-Schlussmann zur Ecke ab, welche letztlich nichts einbrachte. Kurz darauf, genauer in der 48. Minute, lenkt Sulaiman Hasso einen eigentlich harmlosen Schuss von Alokla Tarek unhaltbar zum 1:2 ins eigene Tor.

Für Kütten, welche in der 46. Minute mit dem ehemaligen Dornstedter Ali Yousef einen Spieler einwechselten, welcher für den halleschen Verein Kine Em spielberechtigt und hier illegal auf falschem Namen spielte, war dieser Treffer das Signal auf Angriff. Die Gäste belohnten sich in der 55. Minute mit dem Ausgleich. Erneut zieht Alokla Tarek ab. Alexander Lange kommt nicht an das Leder und es steht 2:2.

Nun wackelt Dornstedt während Kütten immer stärker wird. Allerdings werden die Gäste auch ungeduldiger und kommentieren jede Aktion des Schiedsrichters mit zum Teil heftigen Kommentaren. Ab der 70. Minute wird es richtig ungemütlich für den Unparteiischen. Samirou Abou wird zunächst von einem Küttener Abwehrspieler mit gestreckten Beinen im Strafraum gelegt. Der Vorsatz war deutlich zu erkennen und eigentlich entsprechend zu ahnden. Statt nun Ruhe zu geben, tritt der Kicker nochmals nach. Als Schiedsrichter Marco Weber auf den Elfmeterpunkt zeigt, sehen einige LSG-Kicker rot. Sie attackieren den Referee und fangen an zu schupsen. Besonders Heval Al Khalaf tritt hier negativ hervor und wird zurecht mit Gelb-Rot dem Platz verwiesen. Dass sich dieser Spieler im Anschluss auch außerhalb des Spielfelds unwürdig verhält und unsere Frau am Kartenverkauf beleidigt und bespuckt, sei nur am Rande erwähnt.

Normalerweise hätten drei weitere Küttener Spieler in dieser Situation ebenfalls den roten Karton verdient gehabt. Angesichts der aggressiven Grundhaltung einiger Gästespieler war dies wohl das richtige Verhalten des Schiedsrichters, auf diese Karten zu verzichten. Allerdings nahm er unverständlicherweise die Elfmeterentscheidung zurück und verlegte den Freistoß an den Strafraumrand. Diesen hämmert Richard Petrasek in die Maschen zur erneuten Führung der Hausherren.

Nun ist Dornstedt wieder vollends im Spiel und kämpft um jeden Zentimeter, um jeden Ballgewinn mit vollstem Einsatz. So entstehen natürlich auch Freistoßsituationen. In der 80. Minute zieht Youssef Kaouane aus 35 Metern ab. Das Leder segelt unhaltbar ins Eck. Allerdings hat der Referee eine Abseitssituation (Sichtbehinderung des Torwarts) erkannt und gibt den Treffer nicht.

Fast im Gegenzug kommt es zur nächsten Situation im Strafraum der Gäste. Diesmal geht das Leder an den ausgestreckten Arm eines Abwehrspielers. Erneut ertönt der Pfiff des Schiedsrichters. Absolut berechtigt zeigt er auf den Punkt. Für die Küttener Spieler ist dies erneut eine Situation, in welchen sie sich benachteiligt fühlen und gehen den Schiedsrichter an. Es dauert eine Ewigkeit, ehe Ruhe auf dem Platz einkehrt. Johannes Schröter verwandelt nach einer Pause von rund 10 Minuten den Strafstoß souverän. Dornstedt führt nun mit 4:2.

Das Spiel geht noch weiter. Der Unparteiische, und dafür Respekt angesichts der massiven Attacken, möchte die Spielzeit komplett absolvieren. So gelangen die Gäste aus Kütten nochmals in den Strafraum der Heimelf. Dort agiert Marcel Schmidt unglücklich und trifft einen LSG-Stürmer am Fuß. Den fälligen Elfmeter verwandelt erneut Alokla Tarek zum 4:3.

Irgendwann kommt dann endlich nach insgesamt 116 Spielminuten der erlösende Pfiff und somit der Erfolg der Dornstedter in einem aufgrund des Auftretens einiger Gästespieler leider unwürdigem Spiel. In der nächsten Pokalrunde geht es wie bereits erwähnt zur VSG Oppin II. Das Duell startet am 11. Oktober um 14.00 Uhr auf dem Sportplatz in Oppin.

Kurze Informationen zum Spiel:

SV Dornstedt vs. LSG Kütten
Endstand: 4:3 (2:0)

Tore:
1:0 Chris Meyer (10.)
2:0 Richard Petrasek (30.)
2:1 Alokla Tarek (48.)
2:2 Alokla Tarek (55.)
3:2 Richard Petrasek (74.)
4:2 Johannes Schröter (85./FE)
4:3 Alokla Tarek (89./FE)

Zuschauer: 45

Gelb/Rote Karte:
Heval Al Khalaf (70./LSG)

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